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Am Samstag, den 23. März fanden sich 14 Einsatzkräfte der Wasserwacht Haßfurt und acht Mitglieder der Feuerwehr Haßfurt im Schulungsraum der Haßfurter Wehr ein. Grund hierfür war die dritte in Kooperation der beiden Hilfsorganisationen organisierte „AED-Rezertifizierung.“ Unter Leitung von Ausbilder Sebastian Jäger (Wasserwacht) frischten die Sanitäter der beiden Hilfsorganisationen ihr Wissen zur Reanimation mit Einsatz eines Frühdefibrillators und aus der Sanitätsausbildung im Allgemeinen auf. Neben den Ausbildungsinhalten stand auch das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt.

Schwerpunkt der Schulung war die Herzlungenwiederbelebung (HLW). Anstelle der aus dem Erste-Hilfe-Kurs bekannten Methode mit einem Helfer wurde die so genannten Zwei-Helfer-Variante geübt. Beide umfassen den ständigen Wechsel zwischen 30 Herzdruckmassagen und zwei Beatmungen. Im Gegensatz zu den Ersthelfern wird anstatt der Mund-zu-Mund/Nase-Beatmung jedoch ein Beatmungsbeutel, sowie Sauerstoff aus einer Druckflasche eingesetzt. Ein weiteres zusätzliches Hilfsmittel zur Reanimation, dessen Bedienung geübt wurde, ist der automatische externe Defibrillator (AED). Diese Geräte können durch die gezielte Abgabe von Stromstößen die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbelebung signifikant erhöhen. AEDs werden zum einen an öffentlichen Plätzen zur Nutzung durch Ersthelfer vorgehalten, zum anderen aber auch von den Hilfsorganisationen eingesetzt. Auch bei der Feuerwehr Haßfurt ist die Anschaffung eines solchen lebensrettenden Gerätes in diesem Jahr geplant. Im Rahmen der Schulung wurde die für Hilfsorganisationen nötige jährliche Zertifizierung zur Bedienung des Gerätes durchgeführt. (Laien dürfen und können AEDs auch ohne Einweisung einsetzen).

Neben der HLW wurden auch weitere Inhalte der Sanitätsausbildung wiederholt. Darunter die Erkennung verschiedener Krankheits- und Verletzungsmuster anhand ihrer Symptome, sowie entsprechend einzuleitende Maßnahmen. Die Ausbildung der Sanitäter reicht von der Versorgung einer kleinen Schnittwunde mit einem Heftpflaster bis hin zur Behandlung von lebensgefährlichen Störungen des Bewusstseins, der Atmung und des Kreislaufs. Speziell die verschiedenen Techniken zum Anlegen von Verbänden wurden in diesem Jahr vertieft geübt.

Abseits der eigentlichen Ausbildungsinhalte gab der gemeinsame Kurs den Teilnehmern die Gelegenheit, sich auch einmal außerhalb der gemeinsamen Einsätze kennenzulernen. So konnten in entspannter Atmosphäre die unterschiedlichen Sichtweisen, Kompetenzen, Bedürfnisse, aber auch Einsatzgrenzen der jeweiligen Hilfsorganisation erörtert werden. Durch die bessere Kenntnis „der anderen Seite“ kann so die bisher schon gute Zusammenarbeit in Zukunft noch verbessert werden.

Die Feuerwehr Haßfurt dankt der Wasserwacht herzlich für die sehr gute Zusammenarbeit, die sich am Beispiel dieser gemeinsamen Fortbildung einmal mehr gezeigt hat.

 

Hintergrund: Die Freiwillige Feuerwehr Haßfurt verfügt über zwölf ausgebildete Sanitäter, die im Notfall die Zeit bis zur Übergabe an den Rettungsdienst mittels einer qualifizierten Erstversorgung überbrücken können. Zwar gehört die Versorgung von Verletzten nicht zum Alltagsgeschäft der Feuerwehr – speziell in der Kreisstadt ist aufgrund der hier ansässigen Rettungswache der Rettungsdienst mit seinen hauptamtlichen Einsatzkräften meist vor den ehrenamtlich besetzten Einheiten der Feuerwehr an der Einsatzstelle. Die Verletztenversorgung obliegt dann natürlich den Experten, während sich die Feuerwehr auf ihre anderen Aufgaben wie die Brandbekämpfung und die technische Hilfeleistung konzentrieren kann. Trotzdem kommt es auch bei der FF Haßfurt regelmäßig dazu, dass Verletzte von Feuerwehrkräften versorgt werden müssen. Etwa wenn der Rettungsdienst bereits bei anderen Einsätzen gebunden ist, oder die Zahl der Verletzten seine Kapazitäten in der Anfangsphase eines Einsatzes übersteigt. Beispiele für solche Massenanfälle von Verletzten waren die Massenkarambolage auf der BAB 70 im April 2016 und eine Katastrophenschutzübung des BRK im Juni 2018. Hier waren die ersten Kräfte des Rettungsdienstes jeweils bei der Versorgung der Schwerverletzten gebunden, weshalb sich Kräfte der Feuerwehr mehrerer Leichtverletzter annahmen.

 

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